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Der tägliche Einkauf…

…kann zum Literaturkurs werden, wenn man sich intensiv mit dem Lesen der Etiketten auf jedem Produkt beschäftigt. Vielen Konsumenten fällt es schwer, das Kleingedruckte zu verstehen und den Etikettenschwindel zu erkennen. Selbst wenn man glaubt, sich ein klares Bild über die Inhaltsstoffe verschafft zu haben, wurde man oft getäuscht und in Irrglauben versetzt. Selbstverständlich geschieht dies mit voller Absicht der Hersteller. Die Etiketten-Schreiber sind sich genau bewusst, was sie tun. Gesetze lassen zu, dass “unschöne” Worte nur versteckt zu identifizieren sind und die Konzerne wissen, welche Begriffe beim Käufer als K.O.-Kriterium gelten oder letztendlich zum Kaufentscheid führen. Der Begriff “Natur” oder “natürlich” zählt derzeit du den besten Rennern im Etikettenschwindel. Und kaum ein Käufer hinterfragt, wie viel Natur in Wirklichkeit darin steckt. Wenn man die Tricks einmal durchschaut hat, fällt es einem leichter, aus der Masse heraus ein gutes Produkt zu erkennen.

Allgemeine Infos zum Etikettenschwindel

  • Grundsätzlich gilt: Je weniger Inhaltsstoffe desto besser
    und: Je weniger das Naturprodukt verarbeitet wurde desto besser.
  • Unaussprechliche Inhaltsstoffe sind verräterisch und entlarven schneller den Etikettenschwindel. Man muss schon Chemiker sein um zu wissen, was sie bedeuten. Deshalb: nach Möglichkeit vermeiden.
  • Glutamat und Hefeextrakt sollte man unbedingt vermeiden! Glutamat kann zahlreiche Beschwerden hervorrufen. Es schädigt u.a. das Nervensystem, das Gehirn und damit die gesamte Gesundheit. Achtung: in folgenden Begriffen können versteckt ebenfalls Glutamate enthalten sein; Hefeextrakt, Gewürze, Aroma, Carrageen, Maltodextrin, Weizenprotein, Trockenmilcherzeugnis, E621 bis E625. Das Ausmaß des Etikettenschwindels kennt hier keine Grenzen.
  • Der Zusatzstoff Zitronensäure hat mit der namens gebenden Frucht nicht mehr viel zu tun. Er wird fast ausschließlich aus Mikro-Organismen (vor allem Schimmelpilz) hergestellt. Zitronensäure erleichtert die Aufnahme von Blei und Aluminium im Körper, was schwere gesundheitliche Schäden mit sich bringen kann.
  • Aromen werden meistens synthetisch(künstlich) erzeugt.
    natürliche Aromen stammen zwar ursprünglich aus der Natur. Meistens verbergen sich dahinter aber Schimmelpilze, Bakterien, Enzyme, Sägespäne, etc. – so stammt Erdbeeraroma sicherlich nicht von der Erdbeere.
  • Süße Produkte ohne Zucker sind oft voller Süßstoffe. Darunter vor allem Aspartam (E951), Acesulfam-K (E950), Saccharin (E954). Sie sind für die Gesundheit viel schädlicher als normaler Zucker.
  • E-Nummern sind weit verbreitet. Manche sind unbedenklich, andere stark gesundheitsgefährdend und einige stammen von tierischer Herkunft und sind somit problematisch für Vegetarier. Um sie genau zu identifizieren sind Apps oder Listen sehr Hilfreich!
  • Vanillin verspricht vom Namen her, mit der gesunden Vanille verwandt zu sein. Der Aromastoff wird aber meist synthetisch und um ein vielfaches günstiger hergestellt. Vanillin gilt u.a. als krebserregend und kann das Nervensystem und das Erbgut schädigen. Es ist appetitanregend und kann zu Fressattacken führen. Übrigens werden solche Aromen auch dem Kraftfutter bei der Tiermast beigemengt damit die Tiere mehr fressen.
  • Angeblich geräucherte Erzeugnisse werden immer öfter nicht mehr wirklich geräuchert sondern nur mit Raucharoma versehen (Flüssigrauch). Deklariert wird meist nur mit dem Begriff “Aroma”. Raucharoma befindet sich z.B. in Fleischerzeugnissen, Käse, Chips, Pizza, Suppen, Saucen, etc. Der Flüssigrauch ist mittlerweile weit verbreitet und ist ebenso wie echter Rauch nicht gesund. Trotz kostengünstigerem Herstellungsprozess gegenüber dem richtigen Räuchern bleibt der Preis für Konsumenten übrigens gleich.
  • Durch Erhitzung können viele Lebensmittel haltbar gemacht werden, weil dadurch Bakterien abgetötet werden. Es sterben aber nicht nur Keime und Krankheitserreger sondern auch viele für unseren Körper wichtige Inhaltsstoffe. Zu den Methoden gehören z.B. Pasteurisierung, Ultrahocherhitzung und Einkochen.
  • Gelatine kann pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sein. Leider muss sie nicht unbedingt deklariert werden. Tierische Gelatine befindet sich z.B. in Fruchtgummi, Pudding, Saft, Wein, Sekt, Limonade (Fanta Orange zero, Fanta Mango & Kinley Bitter Lemon), Frühstücksflocken (Kelloggs Toppas), Tomaten Cremesuppe (Maggi) etc.
  • Auch andere tierische Erzeugnisse befinden sich undeklariert im Essen. So hat man z.B. Schweineborsten im Brot gefunden, Fisch und Geflügel in Chips, Milchzucker in angeblich milchfreier Schokolade und so weiter.

Was steckt wirklich drin?

Es gibt zahlreiche (eigentlich deklarier-pflichtige) Zusatzstoffe, welche auf der Verpackung nicht angegeben werden. Die Begründung des Etikettenschwindel stützt sich darauf ab, dass die Mittel nur im Herstellungsprozess benötigt werden und nicht dem eigentlichen Produkt zugeführt werden. Oder aber manche Stoffe müssen erst ab einem gewissen Prozent-Anteil deklariert werden. Außerdem gibt es Inhaltsstoffe, welche grundsätzlich nicht deklariert werden müssen. Der Verbraucher bleibt uninformiert und kann letztendlich nicht kontrollieren, was genau er zu sich nimmt. Hier zählt nur der gesunde Menschenverstand.

Viele Unternehmen erteilen übrigens hilfsbereit Auskunft zu spezifischen Anfragen über ihre Produkte. Eine E-Mail oder ein Anruf aus Eigeninitiative schadet nie.

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